Orthopäde Dr. Frederik von Kunow im Interview: "Es lohnt sich immer zu kämpfen"

Aktualisiert: März 23

Dr. med. Frederik von Kunow ist Tumororthopäde am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Regensburg und der ärztliche Unterstützer der Initiative Cancer Survivor.

Ich hab' da mal ein paar Fragen an ihn....


Herr Dr. von Kunow, ich freue mich sehr, Sie für diese Initiative gewinnen zu können. Jetzt bin ich aber schon ein wenig neugierig:



Warum genau sind Sie Arzt geworden?

In der Schule interessierten mich immer die Naturwissenschaften. Mein erstes Schülerpraktikum habe ich dann in der Orthopädie am Brüder Krankenhaus Trier bei Prof. Hopf gemacht. Seit dem war der Berufswunsch klar definiert.




Was fasziniert Sie an der Tumororthopädie?

Zuerst einmal war ich nicht gerade von meiner Rotation in die Tumororthopädie begeistert. Ich selber habe mich immer eher als einen typischen Sportarzt gesehen. Aber als ich dann Prof. Axel Hillmann kennenlernte war das für mich ein wahrer Gamechanger. Binnen einer Woche habe ich gemerkt, dass es genau das Gebiet ist, das mich fasziniert.




Was genau?

Ich denke es sind verschiedene Faktoren, aber die beiden wichtigsten sind: Die enge Arzt – Patienten Bindung die sich oft über Jahre erstreckt und die komplexen Operationen/Therapien die viel Lektüre und interdisziplinäre Zusammenarbeit fordert. In der Tumororthopädie wird es nie langweilig.




Wie engagieren Sie sich in der Forschung?

Wir stehen hier mit unserer Sarkom Abteilung der Barmherzigen Brüder Regensburg als DKG zertifiziertes Zentrum natürlich mit den anderen DKG Zentren in engen Kontakt. Unser Ziel ist es gemeinsam sowohl die onkologische (also eher die medikamentöse Therapie) und auch die chirurgische Therapie zu verbessern.




Man kann die Tumororthopädie als Königsdisziplin der Orthopädie bezeichnen, oder?

Das würde ich so nicht sagen – die Orthopädie hat viele interessante Facetten und da eine Disziplin herauszunehmen wird dem Fach nicht gerecht. Aber natürlich sind die Operationen in der Tumororthopädie oft größer und bedürfen einer großen Expertise und Planung.




Sie sind Mitglied im Gremium „Muskuloskelettale Tumoren“ der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) unter der Leitung von Prof. Dr. med. Axel Hillmann (Regensburg) und Prof. Dr. med. Burkhard Lehner (Heidelberg). Wie muss man sich die Arbeit in diesem Gremium vorstellen?

In diesem Gremium kommen alle Tumor - interessierten Orthopäden Deutschlands zusammen. Hier werden neue Ideen, Studien und Therapieansätze vorgestellt und diskutiert. Ein kollegialer Austausch den ich als sehr wichtig finde.




Welchen Rat geben Sie Ihren doch zum Teil sehr jungen Patienten mit auf den Weg?

In den letzten dreißig Jahren haben sich die Überlebenschancen eines bösartigen Knochentumors dramatisch verbessert. Auch wenn der Weg oft lange ist, lohnt sich das Kämpfen.




Als Verwandter von TV-Moderator Günther Jauch haben Sie vor einiger Zeit eine sehr erfolgreiche Charity-Gala mit ihm in Regensburg organisiert. Hierbei haben Sie zusammen mit Chefarzt Prof. Dr. med. Axel Hillmann den Verein „Herzenswünsche e.V.“ unterstützt. Was ist generell Ihr wichtigstes Anliegen, wenn es um soziales Engagement geht?

Herzenswünsche e. V. ist ein toller Verein. Hier wird selbstlos schwerkranken Kindern und Jugendlichen und Ihren Familien tolle Erlebnisse geschenkt. Leider konnten wir wegen der Pandemie Herzenswein (so heißt das Event in Regensburg) nicht durchführen. Wir hoffen, dass wir im Herbst 2021 wieder das Event durchführen können.




Ihre Message an die Cancer-Survivor-Community:

Es lohnt sich immer zu kämpfen! Und es ist leider so, dass es während der langen Therapie schwere Zeiten gibt. Um in diesen Zeiten nicht in ein tiefes Loch zu fallen und den Mut zu verlieren finde ich es wahnsinnig wichtig, dass es ein solches Projekt wie Cancer Survivor gibt. Hier finden die Patienten Halt und Zuversicht.



Herr Dr. von Kunow, vielen herzlichen Dank, dass Sie sich uns vorstellten!


Das Interview führte Katharina Edl





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